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4-Prozent-Regel

Die 4-Prozent-Regel in Deutschland: was die Steuer daraus macht

Die Regel ist ein guter Einstieg und eine schlechte Antwort. Was sich mit deutscher Kapitalertragsteuer, FIFO und einem längeren Horizont daran verschiebt.

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Woher die Zahl stammt

Die 4-Prozent-Regel ist keine deutsche Regel und war nie als Gesetz gedacht. Sie stammt aus US-amerikanischen Untersuchungen zu einem Ruhestand von rund dreißig Jahren: Wie hoch darf die erste Jahresentnahme sein, damit das Depot historisch durchgehalten hätte, wenn die Entnahme danach jedes Jahr mit der Inflation steigt.

Zwei Dinge daran werden im deutschen Sprachraum regelmäßig übersehen. Erstens ist die Zahl auf einen Horizont von etwa dreißig Jahren gerechnet. Wer mit fünfundvierzig aufhört, plant für vierzig oder fünfzig Jahre. Zweitens rechnet sie vor deutscher Steuer.

Zielvermögen = Jahresausgaben ÷ Entnahmerate
24.000 € ÷ 4,0 % = 600.000 €
24.000 € ÷ 3,5 % = 685.714 €
24.000 € ÷ 3,0 % = 800.000 €

Was die deutsche Steuer daraus macht

Eine Entnahme ist kein Ertrag. Verkauft werden Anteile, und besteuert wird nur der Gewinnanteil dieser Anteile. Daraus folgen drei Dinge, die eine pauschale Regel nicht abbildet:

  • Die Steuerquote ist nicht konstant. Wegen FIFO gehen die ältesten und meist günstigsten Anteile zuerst. Der Gewinnanteil an der Entnahme ist am Anfang der Entnahmephase am höchsten.
  • Ein Teil der Steuer ist schon bezahlt. Über die Vorabpauschale wurde während der Ansparphase bereits versteuert. Diese Beträge mindern den späteren Gewinn in voller Höhe.
  • Der Sparerpauschbetrag hilft, aber wenig. 1.000 Euro einzeln oder 2.000 Euro zusammenveranlagt, jedes Jahr neu. Bei einer Entnahme von 24.000 Euro fällt das kaum ins Gewicht, in einem kleinen Plan dagegen schon.

Hinzu kommt, was ein Depotrechner überhaupt nicht kennt: Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, die in einem frühen Ruhestand erheblich sein können. Zinsklar rechnet sie nicht. Wer sie braucht, muss sie zu den Jahresausgaben addieren, bevor er das Zielvermögen bildet.

Warum wir hier keine Zahl vorgeben

Es wäre bequem, eine deutsche Ersatzzahl zu nennen. Sie wäre aber nur so gut wie die Annahmen dahinter: Horizont, Aktienquote, Kostenquote, Anlageart, Kirchensteuer, Veranlagung, Anteil der Buchgewinne im Bestand und die Frage, ob Sie eine Kürzung in einem schlechten Jahr tatsächlich mitmachen. Genau diese Annahmen unterscheiden zwei Pläne, die auf dem Papier gleich aussehen.

Zinsklar behandelt die Entnahmerate deshalb als Eingabe, nicht als Wahrheit. Sie stellen sie ein, sehen sofort das nötige Vermögen, und der Entnahmeplan zeigt, wie weit das Depot damit tatsächlich trägt. Die Monte-Carlo-Ansicht ergänzt, wie oft ein Plan unter tausenden Renditefolgen durchhält, statt nur unter einer geraden Linie.

Die brauchbare Version der Regel

Nutzen Sie die 4 Prozent als Einstieg, um überhaupt eine Größenordnung zu bekommen. Prüfen Sie danach mit Ihrem eigenen Horizont, Ihrer Anlageart und Ihrer Steuersituation, welche Rate übrig bleibt. Und rechnen Sie den Fall durch, in dem die schlechten Jahre am Anfang liegen.

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Entnahmerate einstellen und das nötige Vermögen ablesen.

Rechenwerkzeug, keine Beratung

Dieser Text und die App sind ein Rechenwerkzeug und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Ergebnisse sind Modellrechnungen unter Annahmen, die Sie selbst wählen, und keine Zusage über künftige Wertentwicklungen. Das Steuerrecht ändert sich und hängt von Ihrer persönlichen Lage ab, dafür sind die steuerberatenden Berufe zuständig. Genannte Werte beziehen sich auf den Stand 2026 und gelten ohne Gewähr.

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Der vollständige Rechner mit deutscher Steuerlogik ist kostenlos. Premium ist ein Einmalkauf für 7,99 Euro und bleibt freigeschaltet.

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